Blindes Vertrauen ist keine Prüfstrategie!

Blindes Vertrauen ist keine Prüfstrategie!

Rede Peter Boehringer im Bundestag, 18.3.2026 zum PB-Antrag „Deutsches Staatsgold (endlich) vollständig nach Deutschland holen“

Das deutsche Staatsgold stammt aus Außenhandelsüberschüssen der jungen Bundesrepublik.
Die Bundesbank verwaltet dieses goldene Vermögen treuhänderisch für seine Erwirtschafter, die deutschen Bürger.
Der Buchwert unserer 3350 Tonnen steigt seit Jahrzehnten an und hat sich nur seit 2024 verdoppelt auf 450 Milliarden Euro!
Gold ist ein wichtiger psychologischer und materieller Stabilitätsgarant unserer Währung. Alleine sein Aufwertungs-Gewinn beträgt mehr als das 150-fache des Eigenkapitals der Bundesbank! Gold ist die einzige substanzielle Position auf der Bilanz. Ohne sie wäre die Bundesbank mit dem Zehnfachen ihres Eigenkapitals überschuldet.

Nach einer erfolgreichen Bürgerinitiative und Heimholung von großen Teilen unseres Auslandsgolds lagern heute 51% des Hortes in Frankfurt. Noch immer jedoch befinden sich Bestände im Wert von 225 Milliarden im Ausland!

60 Jahre schon haben wir dieses Fremdlagerungsrisiko getragen. Spätestens seit dem Ende des Kalten Kriegs gab es dafür keine Begründung mehr – auch keine militärische. In diesen 60 Jahren hat sich der Preis um 15.000 Prozent erhöht.

Wir bringen unseren Antrag heute jedoch nicht ein, weil Gold die Anlageklasse mit der besten Rendite ist.
Und wir beraten den Antrag auch nicht deshalb, weil Donald Trump in Sachen Vertragstreue und Honorierung von Eigentums- und Völkerrecht keine gute Bilanz aufweist. Zum Teil stimmt das allerdings durchaus: Das haben auch Kollegen aus anderen Fraktionen erkannt:

Etwa Stephan Mayer, CSU: „Der Finanzminister muss den Deutschen die Frage beantworten, ob unser Gold in den USA noch sicher ist“
Ja, diese Frage ist berechtigt! Und sie wurde seit 15 Jahren gestellt. Aber aus Sicht der Union irgendwie von den „Falschen“.

Und sogar die finanzpolitische Sprecherin der Grünen fordert inzwischen die Goldverwahrung in Deutschland.
Zeigen Sie bitte, dass Sie das ernst meinen, Kollegin Beck…

Trump ist dabei zwar nicht das primäre Problem – das besteht unabhängig von ihm. Wir freuen uns aber in jedem Fall, wenn die Kollegen nun endlich zum richtigen Schluss kommen!

Gold begründet seit Jahrhunderten Souveränität. Es ist frei vom Risiko eines Schuldnerausfalls und kann nicht politisch entwertet werden. Es ist ein Instrument strategischer Absicherung, um sich gegen Verschuldungs-, Inflations- und Systemrisiken zu schützen; oft –wie derzeit– verbunden noch mit geopolitischen Krisen.

Fast jeder zweite Staat stockt aktuell seine Goldvorräte auf. Immer mehr Zentralbanken fürchten, dass sie ihr fremdgelagertes Edelmetall nicht zurückbekommen.

Der Verbleib der „goldenen Währungsreserve im Ausland ist nicht zu rechtfertigen!

Das Dauer-Gegenargument der Bundesbank, wonach man im Krisenfall das Metall ausgerechnet in NY oder London in Devisen tauschen können müsse, ist seit Jahren absurd: Gerade im Fall einer globalen Währungskrise will niemand Papiergeld haben.
Gerade dann streben die Marktteilnehmer zum physisch Greifbaren, wie man es derzeit täglich im Gold- und Silbermarkt sieht.

Und die Bundesbank: Sie will im Ernstfall ausgerechnet die einzige Vermögensposition ohne Drittparteienrisiko in Papier-Forderungen umtauschen! Also genau in solche Papiere, die bei Weltwährungsturbulenzen jede andere Partei loswerden will. Niemand versteht das – es ist ahistorisch und irrational!

Zudem wäre Gold problemlos auch in Frankfurt handelbar, wenn man im Krisenfall ernsthaft deutsches Staatsgold VERkaufen wollte.

Auch die „Sorgen“ der Bundesbank um einen „psychologischen Schaden für das deutsch-amerikanische Verhältnis“ im Fall einer Heimholung sind absurd: Wir reden von deutschem Eigentum, über das wir volle Verfügungsgewalt haben.
Leider steht die Bundesbank damit in schlechter Tradition: Schon 1928 wollte Reichsbankpräsident Schacht bei einem vergeblichen Versuch, das Weimarer Gold im Tresor der US-Fed zu finden, dieses plötzlich gar nicht mehr sehen – und stellte Fed-Chef Strong ohne jede Not vom Nachweis des Goldes frei.
Einhundert Jahre später sind wir keinen Millimeter weiter…

Auch der eigentlich geschätzte Bundesrechnungshof muss kritisiert werden, wenn er der BILD suggeriert, eine Überprüfung des Goldes sei „2025 noch nicht erfolgt“. Nein: Eine vollständige Überprüfung des deutschen Auslandsgolds ist seit 1951 noch nie erfolgt!

Die Bundesbank verlässt sich auf Inventarangaben aus dem Ausland und auf minimale Stichproben. „Schmelzchargen-“ oder „Inventar-“ Nummern ersetzen keine Barrennummern; Abgekürzte Nummern widersprechen ordnungsgemäßer Buchführung; Doppelerfassungen von Barrennummern sind nicht ausschließbar; Vollprüfungen wurden nie durchgeführt.
Kurzum: Es gibt keine sauberen Barrenlisten!

Die Bundesbank betont stets, sie habe volles Vertrauen in die Auslandsbanken. Blindes Vertrauen aber ist keine Prüfstrategie. Im Krisen- oder Spannungsfall ist das Eigentumsrecht ohne gleichzeitigen Besitz nicht gewährleistet!
Vertrauen ersetzt auch keine Souveränität. Gold ist ein strategischer Wertanker. Seine Verfügbarkeit im Inland ist Voraussetzung dafür, dass unser Land bei internationaler Instabilität oder Systemkrisen währungspolitisch handlungsfähig bleibt.

Viele Staaten wollen seit 2013 ihre Goldbestände aus New York und London heimholen. Blindes Vertrauen ist in Zeiten schwindender völker- und finanzrechtlicher Gewissheiten heute nicht mehr angebracht. Die AfD begrüßt es darum, wenn die uralte Debatte um die überfällige Heimholung des Goldes nun wiederbelebt ist, wenn auch teilweise aus falschem Grund. Das ist keine „Panikmache“, wie Sie es abwegigerweise in den letzten Wochen der Presse diktiert haben und sicher auch hier gleich wieder verkünden werden.
Nein – das ist Verantwortungsbewusstsein um deutsches Volksvermögen!

Zeigen Sie heute, dass Ihre Sorgen ums Gold und damit um deutsche Finanzsouveränität keine Krokodilstränen sind. Stimmen Sie unserem Antrag zu. Und falls Ihr Brandmauerfetisch das verbietet – bringen Sie einfach einen eigenen Antrag ein.
Die AfD wird jedem Heimholungsantrag zustimmen!

Diese Rede als Video:

Es gilt das gesprochene Wort

 




WELT (sic…): „Das Gold der Bundesbank darf nicht verhökert werden / GOLD – Das einzige tragende Element des Bundesbank-Eigenkapitals“

WELT [sic…]: „GOLD – Das einzige tragende Element des Bundesbank-Eigenkapitals“ 

Ach ja, die Mainstreampresse…: Man sagt ihnen jahre- bzw. hier sogar jahrzehntelang etwas. Wird dafür ausgelacht – bis es der Mainstream aus dem Nichts plötzlich selbst schreibt…

Was haben wir uns nicht seit 2011 die Finger wund geschriebenDas Gold der Bundesbank darf nicht verkauft werden und muss heim; Target-Forderungen dagegen müssen abgebaut werden“. Und was habe ich nicht seit 2024 (!) immer und immer wieder in x PMs, Videos, PKs und Bundestagsanträgen auf die Bilanzlage der Bundesbank („Verheerend ohne Gold – aber bestens wegen Staatsgoldaufwertung“) hingewiesen.
Und nun schreibt die WELT genau diese Argumente zT geradezu WÖRTLICH selbst…

Zum Beleg nur EINE Pressemitteilung von 2024 und nur EIN Vortrag von mir von Mai 2024 beim Hayek-Club Hannover:Bundesbank 2024 macht Verlust in Milliardenhöhe

https://youtu.be/kE4sVbfVNcY?si=sV8r3OBzUgP2Y9Kf [erste zwei Minuten genügen]. Und dann vergleichen Sie gerne unten den WELT-Text.

+++ Pressemitteilung 2024 +++  Peter Boehringer: Die Bundesbank hat Grund, sich zu ihrer Bilanz zu erklären
https://www.afd.de/peter-boehringer-die-bundesbank-hat-grund-sich-zu-ihrer-bilanz-zu-erklaeren
Die Deutsche Bundesbank hat ggü. der Presse Erklärungen zu ihrer Verlustsituation und zu Auswirkungen auf den Bundeshaushalt und ihrer Bilanzqualität inklusive der deutschen Goldreserve gemacht.
Peter Boehringer, stellvertretender AfD-Bundessprecher, teilt dazu mit:
Zum wiederholten Mal muss die Bundesbank betonen, dass ihre Bilanz ‚solide‘ sei. In Vor-Euro-Zeiten wäre dies undenkbar und natürlich auch völlig unnötig gewesen. Der operative Rekordverlust 2023 i.H.v. 21 Milliarden Euro ist eine späte Folge der ausschließlich zur Euro- und Bankenrettung durch die Bundesbank auf Befehl der EZB getätigten riesigen Käufe von Niedrigzinsanleihen bei gleichzeitigen Liquiditäts- und Zinsgeschenken an die Geschäftsbanken.
Ein weiterer Verlust in zweistelliger Milliardenhöhe wird nach unserer Rechnung bereits im laufenden Jahr 2024 das Eigenkapital der Bundesbank um mindestens das Fünffache übersteigen! Die deutschen Steuerzahler sind wegen der nun auf viele Jahre hinaus ausbleibenden Gewinnausschüttungen der Bundesbank erneut die Haupt-Leidtragenden der u.E. vertragswidrigen Euro-Dauerrettung.
Es ist ausschließlich den seit 1971 kumulierten Aufwertungsgewinnen unseres bei der Bundesbank verwahrten Staats(bürger)goldes i.H.v. aktuell über 230 Milliarden Euro zu verdanken, dass Präsident Nagel die Bilanz der Bundesbank trotz des bereits heute faktisch negativen Eigenkapitals noch als ‚solide‘ bezeichnen kann. Die ab Ende 2024 zu bilanzierenden Verlustvorträge von absehbar über 15 Milliarden Euro werden nur noch durch diese Aufwertungsgewinne auf Gold bilanziell tragbar sein. Es ist trivial und zugleich eine riesige Untertreibung, wenn Herr Nagel feststellt, dass es ‚richtig‘ sei, Gold dauerhaft zu halten. Und es ist absurd, bei der einzigen Position mit echtem und sehr großem Substanzwert nur von einem ‚Symbolwert‘ zu sprechen. Nur das aus Bankensicht doch so ‚barbarische Relikt‘ Gold rettet die Bilanz der Bundesbank noch vor der Überschuldung.


+++ WELT, 11. Mai 2026 +++
Das Gold der Bundesbank darf nicht verhökert werden / GOLD – Das einzige tragende Element des Bundesbank-Eigenkapitals
https://www.welt.de/debatte/plus6a004394856ecc4fb5767f14/fratzscher-vorstoss-das-gold-der-bundesbank-darf-nicht-verhoekert-werden.html

Soll Deutschland in der Krise einen Teil seiner Goldreserven verkaufen?  Dieser Vorschlag des Ökonomen Marcel Fratzscher ist ein Offenbarungseid. … ein Offenbarungseid einer Politik, die sich der Priorisierung verweigert, und ein Missverständnis dessen, was Gold in einer Notenbankbilanz tut.

Die Bilanzsumme der Bundesbank beträgt 2.349 Milliarden Euro. Davon entfallen auf Gold rund 17 Prozent. Die wirklich großen Posten sind andere: Die TARGET-Forderung gegen die Europäische Zentralbank (EZB) steht mit 1.023 Milliarden Euro bei 43,6 Prozent. Dahinter folgen mit 789 Milliarden Euro oder 33,6 Prozent die Wertpapiere für geldpolitische Zwecke, das sind die [im Krisenfall wertlosen, Anm. PB] Staatsanleihen der Eurozone, vor allem aus Italien, Frankreich und Spanien. Im Klartext: Drei Viertel der Bundesbank-Aktiva sind Forderungen innerhalb des Eurosystems oder gegen Eurostaaten. Das sind Schuldtitel, die nur so werthaltig sind wie der Schuldner. Die TARGET-Forderung ist niedrig verzinst, nicht kündbar und im Falle eines Auseinanderfallens des Euro praktisch wertlos. Gleiches gilt für die Anleihen schwacher Staaten, die in der Bilanz schlummern. Wer in einem solchen Portfolio die Position Gold mit weniger als 20 Prozent als „konzentriert“ bezeichnet, hat die Bilanz nicht gelesen.

GOLD – Das einzige tragende Element des Eigenkapitals: Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Mauderer hat den Befund am 5. März 2026 öffentlich auf den Punkt gebracht: „Net equity has climbed to 363 billion euro“. [Nein – erstmals hat die Bundesbank bereits 2024 den Kunstbegriff „net equity“ zur Schein-Rettung ihrer Bilanz verwendet, Anm. PB. Vgl. dazu dieses Video „Bundesbank tief im Minus: Rettet nur noch das deutsche Gold?https://www.youtube.com/watch?v=DFwei2e04Rg  – dort Min 0:30 bis 5:30]

[Der nachfolgende Passus im WELT-Artikel ist praktisch wörtlich meine x-fache Rede seit 2024, Anm. PB]:
Diese 363 Mrd Eigenkapital setzen sich so zusammen: 2,5 Mrd Grundkapital, 387 Mrd Aufwertungsreserve auf Gold, minus 27,8 Mrd kumulierter Bilanzverlust. Ohne die stillen Reserven auf Gold wäre die Bundesbank rein bilanziell mit 25,3 Mrd Euro negativ. Das Eigenkapital der deutschen Notenbank besteht zu mehr als 100 Prozent aus stillen Reserven auf Gold. [Fakt: Das EK der Bundesbank ist inzwischen negativ – das künstlich durch Goldaufwertungseinbezug aufgeblasene „net equity“ dagegen übersteigt das formelle EK um über 15.000 Prozent!, Anm. PB].
Wer Gold verkauft, realisiert nicht „Buchgewinne“, er verbraucht das einzige tragende Element des Eigenkapitals.