Von der Leyen und Söder irrlichtern beim Thema Kernkraft
10. März 2026
Von der Leyen und Söder irrlichtern beim Thema Kernkraft
10. März 2026
image_print

Blindes Vertrauen ist keine Prüfstrategie!

Rede Peter Boehringer im Bundestag, 18.3.2026 zum PB-Antrag „Deutsches Staatsgold (endlich) vollständig nach Deutschland holen“

Das deutsche Staatsgold stammt aus Außenhandelsüberschüssen der jungen Bundesrepublik.
Die Bundesbank verwaltet dieses goldene Vermögen treuhänderisch für seine Erwirtschafter, die deutschen Bürger.
Der Buchwert unserer 3350 Tonnen steigt seit Jahrzehnten an und hat sich nur seit 2024 verdoppelt auf 450 Milliarden Euro!
Gold ist ein wichtiger psychologischer und materieller Stabilitätsgarant unserer Währung. Alleine sein Aufwertungs-Gewinn beträgt mehr als das 150-fache des Eigenkapitals der Bundesbank! Gold ist die einzige substanzielle Position auf der Bilanz. Ohne sie wäre die Bundesbank mit dem Zehnfachen ihres Eigenkapitals überschuldet.

Nach einer erfolgreichen Bürgerinitiative und Heimholung von großen Teilen unseres Auslandsgolds lagern heute 51% des Hortes in Frankfurt. Noch immer jedoch befinden sich Bestände im Wert von 225 Milliarden im Ausland!

60 Jahre schon haben wir dieses Fremdlagerungsrisiko getragen. Spätestens seit dem Ende des Kalten Kriegs gab es dafür keine Begründung mehr – auch keine militärische. In diesen 60 Jahren hat sich der Preis um 15.000 Prozent erhöht.

Wir bringen unseren Antrag heute jedoch nicht ein, weil Gold die Anlageklasse mit der besten Rendite ist.
Und wir beraten den Antrag auch nicht deshalb, weil Donald Trump in Sachen Vertragstreue und Honorierung von Eigentums- und Völkerrecht keine gute Bilanz aufweist. Zum Teil stimmt das allerdings durchaus: Das haben auch Kollegen aus anderen Fraktionen erkannt:

Etwa Stephan Mayer, CSU: „Der Finanzminister muss den Deutschen die Frage beantworten, ob unser Gold in den USA noch sicher ist“
Ja, diese Frage ist berechtigt! Und sie wurde seit 15 Jahren gestellt. Aber aus Sicht der Union irgendwie von den „Falschen“.

Und sogar die finanzpolitische Sprecherin der Grünen fordert inzwischen die Goldverwahrung in Deutschland.
Zeigen Sie bitte, dass Sie das ernst meinen, Kollegin Beck…

Trump ist dabei zwar nicht das primäre Problem – das besteht unabhängig von ihm. Wir freuen uns aber in jedem Fall, wenn die Kollegen nun endlich zum richtigen Schluss kommen!

Gold begründet seit Jahrhunderten Souveränität. Es ist frei vom Risiko eines Schuldnerausfalls und kann nicht politisch entwertet werden. Es ist ein Instrument strategischer Absicherung, um sich gegen Verschuldungs-, Inflations- und Systemrisiken zu schützen; oft –wie derzeit– verbunden noch mit geopolitischen Krisen.

Fast jeder zweite Staat stockt aktuell seine Goldvorräte auf. Immer mehr Zentralbanken fürchten, dass sie ihr fremdgelagertes Edelmetall nicht zurückbekommen.

Der Verbleib der „goldenen Währungsreserve im Ausland ist nicht zu rechtfertigen!

Das Dauer-Gegenargument der Bundesbank, wonach man im Krisenfall das Metall ausgerechnet in NY oder London in Devisen tauschen können müsse, ist seit Jahren absurd: Gerade im Fall einer globalen Währungskrise will niemand Papiergeld haben.
Gerade dann streben die Marktteilnehmer zum physisch Greifbaren, wie man es derzeit täglich im Gold- und Silbermarkt sieht.

Und die Bundesbank: Sie will im Ernstfall ausgerechnet die einzige Vermögensposition ohne Drittparteienrisiko in Papier-Forderungen umtauschen! Also genau in solche Papiere, die bei Weltwährungsturbulenzen jede andere Partei loswerden will. Niemand versteht das – es ist ahistorisch und irrational!

Zudem wäre Gold problemlos auch in Frankfurt handelbar, wenn man im Krisenfall ernsthaft deutsches Staatsgold VERkaufen wollte.

Auch die „Sorgen“ der Bundesbank um einen „psychologischen Schaden für das deutsch-amerikanische Verhältnis“ im Fall einer Heimholung sind absurd: Wir reden von deutschem Eigentum, über das wir volle Verfügungsgewalt haben.
Leider steht die Bundesbank damit in schlechter Tradition: Schon 1928 wollte Reichsbankpräsident Schacht bei einem vergeblichen Versuch, das Weimarer Gold im Tresor der US-Fed zu finden, dieses plötzlich gar nicht mehr sehen – und stellte Fed-Chef Strong ohne jede Not vom Nachweis des Goldes frei.
Einhundert Jahre später sind wir keinen Millimeter weiter…

Auch der eigentlich geschätzte Bundesrechnungshof muss kritisiert werden, wenn er der BILD suggeriert, eine Überprüfung des Goldes sei „2025 noch nicht erfolgt“. Nein: Eine vollständige Überprüfung des deutschen Auslandsgolds ist seit 1951 noch nie erfolgt!

Die Bundesbank verlässt sich auf Inventarangaben aus dem Ausland und auf minimale Stichproben. „Schmelzchargen-“ oder „Inventar-“ Nummern ersetzen keine Barrennummern; Abgekürzte Nummern widersprechen ordnungsgemäßer Buchführung; Doppelerfassungen von Barrennummern sind nicht ausschließbar; Vollprüfungen wurden nie durchgeführt.
Kurzum: Es gibt keine sauberen Barrenlisten!

Die Bundesbank betont stets, sie habe volles Vertrauen in die Auslandsbanken. Blindes Vertrauen aber ist keine Prüfstrategie. Im Krisen- oder Spannungsfall ist das Eigentumsrecht ohne gleichzeitigen Besitz nicht gewährleistet!
Vertrauen ersetzt auch keine Souveränität. Gold ist ein strategischer Wertanker. Seine Verfügbarkeit im Inland ist Voraussetzung dafür, dass unser Land bei internationaler Instabilität oder Systemkrisen währungspolitisch handlungsfähig bleibt.

Viele Staaten wollen seit 2013 ihre Goldbestände aus New York und London heimholen. Blindes Vertrauen ist in Zeiten schwindender völker- und finanzrechtlicher Gewissheiten heute nicht mehr angebracht. Die AfD begrüßt es darum, wenn die uralte Debatte um die überfällige Heimholung des Goldes nun wiederbelebt ist, wenn auch teilweise aus falschem Grund. Das ist keine „Panikmache“, wie Sie es abwegigerweise in den letzten Wochen der Presse diktiert haben und sicher auch hier gleich wieder verkünden werden.
Nein – das ist Verantwortungsbewusstsein um deutsches Volksvermögen!

Zeigen Sie heute, dass Ihre Sorgen ums Gold und damit um deutsche Finanzsouveränität keine Krokodilstränen sind. Stimmen Sie unserem Antrag zu. Und falls Ihr Brandmauerfetisch das verbietet – bringen Sie einfach einen eigenen Antrag ein.
Die AfD wird jedem Heimholungsantrag zustimmen!

Diese Rede als Video:

Es gilt das gesprochene Wort

Views: 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert